Mythos Wimbledon

Nächste Woche geht es wieder los, das wohl berühmteste Tennis Turnier der Welt findet zum sage und schreibe 129. Mal in London statt. Wimbledon. Das Turnier, das den damals 17-jährigen Boris Becker 1985 über Nacht zum Superstar machte. Hier wird Jahr für Jahr faszinierendes und schnelles Weltklasse-Tennis geboten.

Legendär ist die wohl best gepflegteste Rasenfläche der Welt. Jeder Grashalm ist hier exakt 8mm lang, darauf wird penibel geachtet. Es muss ja alles seine Ordnung haben, schließlich ist die Royal Familiy hier Dauergast. Auch die berühmten Erdbeeren die hier serviert werden, unterliegen strengen auflagen und dürfen nicht weniger als 12 Gramm und nicht mehr als 13 Gramm wiegen.

 

Eine weitere Kultur, die die Engländer sorgfältig pflegen, ist die Wettkultur. Sind normalerweise Pferderennen oder Fußball des Engländers liebstes Wettobjekt, so sind während der zwei Wimbledon Wochen im Sommer Tennis Wetten ganz hoch im Kurs.  Die Favoriten bei den Buchmachern auf den diesjährigen Titel heißen bei den Männern wenig überraschend die aktuelle Nummer 1 der Weltrangliste und Titelverteidiger Novak Djokovic und bei den Damen ist es ebenfalls die aktuelle Nummer 1 der Weltrangliste und 5-fache Wimbledonsiegerin Serena Williams.

Quelle: „Centre Court Wimbledon (2)“ by Spiralz from England – 5.46pm ~ Centre Court. Licensed under CC BY 2.0 via Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Centre_Court_Wimbledon_(2).jpg#/media/File:Centre_Court_Wimbledon_(2).jpg

 

 

Aber nicht nur in England gibt es Rasentennis, auch in Deutschland gibt es eine kleine, aber feine Auswahl an Rasentennisplätzen. Die bekannteste deutsche Rasentennis-Anlage findet man in Halle in Westfalen vor. Hier findet auch das einzige deutsche ATP Turnier auf Rasen statt, die Gerry Weber Open, das gerade erst letzte Woche stattgefunden hat und von Roger Federer gewonnen wurde.

Edel geht es auch im Tennispark in Bad Driburg zu, wo man auf den gut gepflegten Rasenplätzen ein bisschen Wimbledon-Feeling erleben kann. Auch unsere schöne Hauptstadt Berlin hat in Charlottenburg eine Rasentennisplatz zu bieten, auf dem seit 2008 einmal im Jahr sogar ein Turnier, das Rasentennis Open, stattfindet.

Man muss festhalten, dass es in Deutschland nicht besonders viele Rasenplätze gibt, sondern dass hierzulande fast überall auf Sand, bzw. Asche gespielt wird. Rasenplätze nutzen sich einfach sehr schnell ab und die Wartungskosten sind hier extrem hoch, so dass es sich für die meisten Clubs einfach nicht rentiert. Außerdem gehört Rasen eher zu den schwieriger zu bespielenden Belägen. Die Bälle springen flach ab und werden nach dem Aufprall extrem schnell. Das macht ihn auch für Hobbyspieler und Amateure eher ungeeignet und auch deshalb ist es ein nicht oft gewählter Belag.

Vielleicht ist das auch einer der Gründe dafür, dass es seit Michael Stich 1991 und Steffi Graf 1996 keinen deutschen Wimbledon Sieger mehr gegeben hat. Die deutschen Hoffnungen 2015 heißen Sabine Lisicki und Angelique Kerber.

Sabine Lisicki stand 2013 schon einmal ganz kurz davor, den Siegerpokal in die Höhe zu strecken, am Ende musste die Berlinerin aber mit dem Teller für die Zweitplatzierte vorliebnehmen. Das Finale verlor sie relativ deutlich gegen Marion Bartoli.

Angelique Kerber befindet sich momentan in Topform und wird dieses Jahr von einigen Experten durchaus zum Favoritenkreis gezählt. Gerade erst hat sie das Rasenturnier in Birmingham gewinnen können und tritt somit sehr gut vorbereitet die Reise nach London an.

Bei den Männern gibt es einen deutschen Trainer, der sich berechtigte Hoffnungen auf die Titelverteidigung seines Schützlings machen kann. Sein Name ist Boris Becker. Und der kennt sich ja bestens auf dem Rasen in Wimbledon.

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