Länderspiele auf RTL – Angucken und Abhauen

Nachdem ich das Länderspiel zwischen Deutschland und Schottland auf RTL gesehen habe, bleibt ein gemischter Eindruck am nächsten Tag. Es war nur ein fucking EM-Quali-Spiel und man muss von Glück sprechen, dass es einigermaßen spannend war. Das Länderspiel an sich ist gemeint, vom Anpfiff bis zum Abpfiff. Was sich davor und danach bot, glich einem schier endlosen Hype und wurde als WM-Rausch verkauft. Verkauft ist auch ein gutes Stichwort, denn dass man offensichtlich sogar das Interview mit dem Bundestrainer Joachim Löw nach nur einem Statement für die Werbung unterbrochen hat, ist eine Frechheit.

Ich habe das nicht gesehen, sondern aufgezeichnet alles nach dem Abpfiff und jetzt frage ich mich: Habe ich etwas verpasst? Muss man noch die Spieler hechelnd nach dem Spiel im Interview sehen und die –mit Verlaub- oft vorhersehbaren Floskeln des Bundestrainers? Der sagt dann auch nur das, was man im Spiel auch selber gesehen hat unterbrochen von keine Ahnung irgendwelchem Zeugs, was unter die Leute gebracht werden soll bzw. RTL einfach Geld bekommen hat dafür, dass der Sender die Zeit der Zuschauer in Anspruch nimmt.

Es ist aber meine Zeit, die da gestohlen wird und darum ist die beste Methode das Spiel zu Schauen und zwar exakt ab dem Anpfiff, wie gestern also ab 20 Uhr 45 und zur Halbzeit weg und danach pünktlich wieder zurück. Dafür gibt es ja Livescores im Internet, die genau anzeigen, wann das Spiel wieder losgeht. So kann man das auch machen bei Sky, dem ursprünglich mal als Abo-Kanal gestarteten Bezahlfernsehen. Inzwischen zahle ich da 55,60€ und das Pay-TV vermarktet ab circa 15 Uhr 21 bis 15 Uhr 29 nochmal zusätzlich.

In der Halbzeit war das bei RTL lächerlich mit Lehmann und König – dann lieber konsequent ein paar Fans ins Mikro brüllen lassen wie vor dem Spiel und gut ist. Aber nun weiß man ja auch, dass nix verpasst wird während man weg ist vom TV. Bei Sky ist das aber auch so, dass in der Halbzeit ordentlich Geld verdient wird und der Fußball zur Nebensache wird. Der sogenannte Second Screen ist aber stärker und so kann in den sozialen Medien wie Twitter oder Facebook genau verfolgt werden, wann eine Sportveranstaltung beginnt und wann sie endet. RTL oder Sky schadet man damit nicht, sie haben ja ihre Spots verkauft und so wirken dann auch die Protagonisten in den Medien. “Wir sind gleich wieder zurück” oder “gleich geht es weiter mit” und “bleiben sie dran” hat sich schon so in die Hirne zu einer Selbstverständlichkeit eingebrannt, dass es da dringend wieder raus muss. Sofort.

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