Bungeespringen – nichts für mich und schwache Nerven!

Bungeespringen – der gesicherte Sturz in die atemberaubende Tiefe. Für viele ist dies eine unglaublich intensive Erfahrung, die mit einem bunten Strauß von Gefühlen verbunden ist. Als eine der modernen Extremsportarten erfreut sich der Sprung aus der gefährlichen Höhe großer Beliebtheit und lockt insbesondere aufgrund des damit verbundenen Nervenkitzels. (Fotos, entstanden auf einem Straßenfest in Berlin)

Die Ursprünge des Sports lassen sich auf ein vom Naturvolk Sa durchgeführtes Ritual zurückführen: Zwischen April und Juni eines jeden Jahres wagen die Melanesier auf der Insel Pentecôte den riskanten Sprung von extra angefertigten Sprungtürmen. Abgesichert werden sie dabei lediglich durch eine am Fußgelenk befestigte Liane. Von den Lianenspringern inspiriert startete der Oxford University Dangerous Sports Club in den 70-er Jahren eine Versuchsreihe mit verschiedenen, aus Gummi bestehenden Seilen. Diese sollten das Risiko des Springens deutlich minimieren und auf diese Weise für ein erhöhtes Interesse sorgen.

Als Geburtsstunde des Bungeespringens in der modernen Form gilt der 01.04.1979. An diesem Tag nämlich stürzten sich vier Mitglieder des Clubs von der Clifton Suspension Bridge, was eine zumindest vorübergehende Festnahme mit sich brachte. Dennoch gelang es mithilfe folgender Sprünge, das Konzept der Sportart zu etablieren. Heute gibt es zahlreiche feste Bungee-Stationen rund um den Globus; Anlaufstellen in Deutschland sind beispielsweise Hamburg, München oder Berlin. Interessenten können sich darüber hinaus auch nach mobilen Aktionen umsehen.

Beschränkung durch gesundheitliche und andere Faktoren
Voraussetzung dafür, dass ein Sprung überhaupt absolviert werden darf, ist nicht nur das Erreichen des Mindestalters von 14 Jahren, sondern auch die Einhaltung der bei 50 und 120 Kilogramm angesetzten Gewichtsgrenzen. Zudem sollte eine gewisse körperliche Konstitution vorhanden sein. Menschen, die an Herz- und Kreislauferkrankungen, Epilepsie, Schäden an der Wirbelsäule oder Thrombose leiden, ist der Sprung in die Tiefe nicht zu empfehlen. Dies gilt auch für alkoholisierte oder schwangere Personen. Menschen im Rentenalter müssen selber entscheiden, ob sie sich fähig fühlen, den physisch und psychisch anstrengenden Sprung noch durchzuführen.

Vom Mut, sich fallen zu lassen
Bungee Jumping bedeutet mehr als nur ein wenige Sekunden andauerndes Vergnügen. Was von unten noch harmlos aussieht, erscheint von der etliche Meter hohen Absprungplattform aus bedrohlich: Nur das durch ein Geschirr an Knöchel oder Hüfte befestigte Gummiseil bewahrt bei dem Sprung vor Schaden, schützt vor dem Tod. Es kostet Kraft und Mut, sich nach Ablauf des Countdowns zig Meter gen Boden zu stürzen und dabei auf die Absicherung zu vertrauen. Für die meisten ist die Angst ein ständiger Begleiter. Dennoch ist das Bungeespringen aufgrund des damit direkt in Verbindung stehenden Nervenkitzels von besonderem Reiz. Wenn das Herz bis zum Halse schlägt und das Adrenalin wie flüssiges Feuer durch die Adern rinnt, ist mentale Stärke angesagt. Wer sich nun aber dem freien Fall überlässt, wird mit dem unglaublichen Gefühl der Schwerelosigkeit belohnt. (Autor: Gastbeitrag)

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