Hertha BSC – Team und Saison 2010/11 Saison-Ausblick

Im Folgenden möchte ich gerne einen etwas genaueren Blick auf das Hauptstadt-Team werfen. Nach dem Abstieg in der letzten Saison ist man nun gewillt, die Kehrtwende zu schaffen mit einem veränderten Kader, neuem Trainer und einer positiven Ausrichtung. Daher ist es wichtig, dass sich das Umfeld darauf einstellt – aber auch umstellt. Zweite Liga ist eine Mischung aus Kampf und Krampf, Hertha BSC muss im Grunde sofort alle Pedalen auf Vollgas stellen, man ist sofort unter Druck und ein Fehlstart ist praktisch verboten! Stimmt der Mix im Team ? Wurde beim Personal alles richtig gemacht ? Sind die richtigen Spieler-Typen dabei, die alles für den sofortigen Aufstieg nicht nur abrufen wollen, sondern auch – können ? Zieht das Publikum so mit, wie es sich alle erhoffen ? Einige offene Fragen in der Woche vor dem Saisonstart. Die erste Hürde im DFB-Pokal wurde schon mal gemeistert, 2-0 in Pfullendorf……

Da die Grenzen fließend sind und ein jeder andere Betrachtungsweisen hat, werde ich wegen Unlust auf Diskussionen zur Punktehöhe auf diese gänzlich verzichten – auch, weil mal wieder der Maßstab und die damit fehlende Transparenz eben dieser fehlt. Geiler Satz. Los geht es:

Tor

Mit dem niederländischen Neuzugang Maikel Aerts hat man sich für die zweite Liga hoffentlich verstärkt, nachdem Drobný zum HSV abgewandert ist. Sascha Burchert wird als Ersatztorhüter fungieren und da Aerts ab und an zu Verletzungen neigt, nicht unwichtig im Team. Außerdem ist er Berliner, so wie auch Marco Sejna einer ist, der an dritter Stelle bei den Goalies steht bzw. sitzt. Da er ablösefrei war, konnte Hertha BSC hier eine interessante Dreierkombination bilden – mit Aerts als Stammtorhüter, dem talentierten Burchert als Backup und wenn alle Stricke reißen, hat man den Routenier Sejna in der Hinterhand. Fazit: Diese Position ist mit sehr viel Risiko verbunden und birgt Potenzial für Überraschungen.

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Abwehr

wird natürlich durch o.g. Besetzung im Tor noch wichtiger. Christian Lell macht ja gerade anderweitig Schlagzeilen und hat nun zum Glück einen “Maulkorb” verpasst bekommen, damit er sich auf den Fußball konzentrieren kann – ich sehe in ihm, wenn er den Kopf frei hat, einen guten Spieler. Genauso wie der erfahrene Levan Kobiashvili zusammen mit Roman Hubnik (wurde ebenfalls im Januar geholt, durchlief alle U-Teams der tschechischen Nationalmannschaft). Kobia und er sollten gesetzt sein und der Abwehr die notwendige Stabilität verleihen.  Andre Mijatovic bestätigte in der Vorbereitung seine Qualitäten und wurde daher zum Kapitän der Hertha ernannt. Christoph Janker, Sebastian Neumann, Kaká Shervin Radjabali-Fardi und Nico Schulz erweitern das Angebot und bieten Optionen. Fazit: Babbel favorisiert ja das 4-2-3-1-System, wo man aus einer kompakt stehenden Defensive schnelle Angriffe starten kann. Mit dem Kapitän Mijatovic, Kobia, Lell und Hubnik steht eine stabile Abwehr, die hohes Zweitliga-Niveau darstellen dürfte.

Mittelfeld

Daniel Beichler aus Graz/Österreich muss den langzeitverletzten Patrick Ebert ersetzen und wird vor allen Dingen offensive Akzente setzen, Pál Dárdai wird wie gewöhnlich dirigieren und koordinieren und somit zur Schaltzentrale. Raffael und Ronny… da bin ich noch unsicher, welche Rolle sie im Team spielen werden. Die Youngster Lennart Hartmann und Fanol Perdedaj werden mit Sicherheit gezielt eingesetzt, aber (noch) keine tragenden Säulen.  Wirbeln soll auch Fabian Lustenberger, der mit Sascha Bigalke die Doppel-Sechs spielen könnte. Allerdings ist “Lusti” leider aktuell verletzt, so dass Peter Niemeyer die Lücken im Mittelfeld füllen muss, der ja von Werder Bremen für ein Jahr ausgeliehen worden ist. Fazit: Das zur Zeit etwas gebeutelte MF muss erstmal vernünftig aufeinander abgestimmt werden, wird aber mit Dárdai zentral auch gut besetzt. Durch die Verletzten Lustenberger und Ebert müssen die anderen Verantwortung übernehmen, die Brasilianer Raffael (derzeit verletzt…..) und Ronny Kampf und keine Kunst zeigen, sonst haben wir hier eine Wundertüte.

Angriff

In Pfullendorf beim DFB-Pokalspiel erzielten beide ihre Treffer: Adrián Ramos und Rob Friend. Das gleiche erwarte ich eigentlich auch im Laufe der gesamten Saison. Auch wenn sich das Mittelfeld des öfteren mit nach vorne verschiebt, bleibt ausser Valeri Domovchiyski nicht allzu viel im Sturm übrig, um Tore zu erzielen. Bleibt zu Hoffen, dass Ramos gehalten werden kann und dass “Domo” –so wie in Pfullendorf- Raffael adäquat ersetzen kann und die Offensive von Verltzungen verschont bleibt. Pierre-Michel Lasogga und Nikita Rukavytsya sind beides motivierte Offensiven. Fazit: Alles etwas abhängig von Ramos und Friend, aber auch dahinter gibt es Alternativen, die das Tor treffen sollten. Für den Aufstieg heisst es – Daumen drücken!

Fans und Umfeld

Manager Preetz hat den Abstieg mindestens mitzuverantworten und muss nun sein Geschick unter Beweis stellen, mit diesem Team den Aufstieg zu schaffen. Neu-Trainer Markus Babbel ist eine gute Entscheidung in jedem Falle. Frisch, unverbraucht, offen für neue Ideen und trotzdem durchsetzungsstark. Nur, dass er sich mehr den Realitäten stellen muss und nicht so viele Ur-Berliner im Kader hat, könnte man ihm ankreiden, aber entscheidend ist auch, dass er von den Spielern zu 100% überzeugt ist und ich schätze ihn als Perfektionisten ein, dem hoffentlich sehr viel gelingen wird. 13.000 Dauerkarten sind zum jetzigen Zeitpunkt verkauft, viele Fans haben trotz des Abstieges wieder Lust auf Fußball und Hertha – aber sie haben auch Erwartungen, die das Team hoffentlich nicht blockieren wird. Trotzdem wird es auch Zweitligarealität geben mit Spielen vor halbleerem Olympiastadion am Montagabend. Mit einem Etat von 33 Mio € hat man sich auch finanziell dem Aufstieg verpflichtet.

Siehe auch Tagesspiegel: Neuer Trainer – große Hoffnungen

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