Nach dem furiosen 2:2 im letzten Heimspiel gegen Schalke 04 und dem 3:1-Auswärtssieg in Nürnberg hatte man sich ein Potpourri versprochen zu Hause gegen die verletzungsgeplagten Wolfsburger. Aber serviert wurde nur die klassische Hausmannskost.

Das fing schon mit der Aufstellung an, die genau gleich der von vor einer Woche gegen das Team aus Gelsenkirchen war und auch das Spiel an sich war ideenlos, rückwärtsgewand und ohne Spirit.

So schien also jeder an diesem grau-vergrieselten Samstagnachmittag sein Programm herunterzuspulen und wenn die Fans hüpften, war auf den Rängen mehr Bewegung als auf dem grünen Rasen. Aber diese Art von laschem Beamtenfußball trägt keine Früchte, mit Glück kann man damit auch mal ein 0:0 „erwirtschaften“ und mit den immer gleichen Sätzen erklären. Am 20. Spieltag jedoch hatten die Gäste aus der VW-Stadt auf jeden Fall den Fuß öfter auf dem Gaspedal, auch wenn man von einem Feuerwerk im Beriner Olympiastadion weit entfernt war.

Bruno Labbadia und sein VfL hatten ja selbst eigentlich mehr zu knabbern an der Niederlage bei den Knappen zu Beginn der Rückrunde und dem 0:3 vor heimischen Publikum gegen die Werkself aus Leverkusen! Da hätte man doch denken können, dass die Köpfe voll von Gedanken sind und bei der Hertha ein sichtbares Signal in Richtung des am Mittwoch an gleicher Stelle gastierenden FC Bayern München gesendet wird. Stattdessen nix.

Fußball von der Stange, vorhersehbare Auswechslungen zu vorhersehbaren Zeiten – Stempel mit auf den Weg und alles wie immer. Schade, aber so wird auch das Spiel im DFB-Pokal am Mittwoch, den 6. Februar 2019 eine ganz wackelige Angelegenheit. Nichts mit breiter Brust also und nun ist man auch in der Tabelle wieder in Wohlfühlmittelfeld, das nicht zu Fragen etwa nach europäischen Ambitionen einlädt. Dafür hat der Wolfburger Wout Weghorst mit seinem Treffer zum 1:0 in der 65. Minute gesorgt, aber eben auch die alte Dame selbst. Dieses Mal waren es nur knapp 40.000 Zuschauer, die enttäuscht nach Hause gingen – beim Pokal-Knaller gegen die Bayern ist das Olympiastadion ausverkauft.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.